Karlsruher Umweltimpulse 2026

Only available in German.

Eine Veranstaltungsreihe der Umweltstiftung der Sparkasse Karlsruhe in Kooperation mit dem Karlsruher Institut für Technologie (KIT)

Thema der Veranstaltung

11.11.2026, 18 Uhr bis 19.30 Uhr

Veranstaltungsort: TRIANGEL Transfer | Kultur | Raum in der Kaiserstrasse 93, Karlsruhe.                    ♥ Der Eintritt ist frei ♥

Mit fortschreitender Erderwärmung verändert sich auch das Lebensgefühl in der Stadt. In Karlsruhe hat sich die Anzahl der Hitzetage seit den 1950er Jahren mehr als verdreifacht und liegt aktuell bei ca. 20 Hitzetage (über 30°C) pro Jahr. Auch die Anzahl der Tropennächte (über 20°C) steigt weiter an.

Wie kann die Stadt der Zukunft weiterhin lebenswert gestaltet werden? Wo kann man sich abkühlen? Sind alle Karlsruherinnen und Karlsruher gleich von der Erwärmung betroffen? Welche politischen oder städtebaulichen Maßnahmen gibt es? Welche Auswirkungen haben Hitzeperioden auf unsere Gesundheit?


Diese und weitere spannende Fragen werden unsere Gäste mit der Moderatorin diskutieren und im Anschluss auch Ihre Fragen beantworten. Wir laden Sie herzlich zu den 6. Karlsruher Umweltimpulsen in den Triangel Transfer I Kultur I Raum ein, um gemeinsam mit Expertinnen und Experten aus aus Medizin, Kommunalpolitik und Forschung in den Dialog zu treten.

 

 

Referierende
 

Prof. Clemens Becker

Uniklinik Heidelberg

 

Mein wissenschaftliches Interesse am Thema Hitzewellen und Klimawandel begann im August 2003. Die medizinische und politische Resonanz in Deutschland war damals minimal und die Konsequenzen wurden damals weitestgehend igoriert. Wir publizierten danach als erste Arbeitsgruppe Mortalitätsdaten aus Baden-Württemberg. In der Folge führten wir mehrere Studien zum Thema durch die vom BMG und Stiftungen gefördert wurde. Die Implementierungsvorschläge wurden jedoch kaum umgesetzt. Während der Pandemie ereignete sich die Hitzekatastrophe in British Columbia, die kaum wahrgenommen wurde, aber noch mal eine Erinnerung war, dass in unseren Breitengraden ähnlich Problem entstehen können. Seit 2024 entstand daraus eine engere Zusammenarbeit mit KLUG, der LÄK und der AOK BW, die zu einem Positionspapier an die Landes- und Bundesregierung führte. Ich arbeite derzeit am Netzwerk Altersforschung der Universität Heidelberg und bin Altersmediziner seit 1995. 

 

Dr. Susanne Benz, KIT – Institut für Photogrammetrie und Fernerkundung (IPF),

BigDataScience mit Geodaten: Auswirkungen von Urbanisierung und Klimawandel
auf Gesellschaft und Natur

Dr. Susanne Benz leitet am Institut für Photogrammetrie und Fernerkundung des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT) die Nachwuchsgruppe GRUSS: Geoinformatics for Resilient Urban SystemS. Gemeinsam mit ihrem Team untersucht sie, wie Städte angesichts des Klimawandels lebenswert, gerecht und möglichst kühl gestaltet werden können. Ihre Forschung ist methodisch breit aufgestellt und verbindet empirische Untersuchungen mit Fernerkundung, Geodatenanalyse und Stadtklimamodellierung. Im Mittelpunkt stehen urbane Hitze, Klimaanpassung und Umweltgerechtigkeit: Wo entstehen Belastungen, wer ist besonders betroffen und welche Maßnahmen helfen tatsächlich? Dabei betrachtet sie Menschen, Natur, Biodiversität, Energie und Wasser als Teile eines gemeinsamen urbanen Systems. Zuvor forschte sie unter anderem in Kanada, den USA und Japan.

 

Dr. Julia Hackenbruch

Stadt Karlsruhe, Stadt Karlsruhe, Umwelt- und Arbeitsschutz,
Fachbereichsleiterin Klima

Dr. Julia Hackenbruch ist stellvertretende Amtsleiterin beim Umwelt- und Arbeitsschutz der Stadt Karlsruhe und leitet dort den Fachbereich Klima. In dieser Funktion koordiniert sie die städtischen Aktivitäten zum Klimaschutz und zur Klimaanpassung. Nach ihrem Studium der Physischen Geographie, Umweltmeteorologie und Geobotanik in Trier und Reykjavik (Island) promovierte sie am KIT zu anpassungsrelevanten Klimaänderungen in Städten. Seit 2018 ist sie für die Stadt Karlsruhe tätig – zunächst als Stadtklimatologin, heute mit dem Fokus, Maßnahmen zu Klimaschutz und -anpassung fest in allen städtischen Vorhaben zu verankern und umzusetzen.

 

Dr. Hans Schipper 

KIT – Leiter des Süddeutschen Klimabüros

 

Dr. Hans Schipper leitet seit 2009 das Süddeutsche Klimabüro am Karlsruher Institut für Technologie (KIT). Als Meteorologe beschäftigt er sich mit den regionalen Folgen des Klimawandels. Seine Arbeitsschwerpunkte sind Stadtklima, Hitze, Klimarisiken sowie Anpassungsstrategien für Kommunen. Ein besonderer Fokus seiner Arbeit liegt darauf, Klimaforschung nutzbar zu machen und wissenschaftliche Erkenntnisse für die praktische Anwendung in Verwaltung, Stadtplanung und Politik aufzubereiten. Seit vielen Jahren arbeitet er an der Schnittstelle von Forschung und Praxis und begleitet Projekte zu Klimaanpassung und kommunalem Klimaschutz. Dabei unterstützt er den Dialog zwischen Wissenschaft, Kommunen, Wirtschaft und Gesellschaft und die Entwicklung klimaresilienter Städte und Regionen.

Impulsvortrag
 

Dr. Ferdinand Briegel KIT

Hitze in urbanen Systemen

Dr. Ferdinand Briegel ist Stadtklimaforscher am Karlsruher Institut für Technologie (KIT). Er erforscht unteranderem, wie sich Hitzestress in Städten des Rheingrabens – etwa Karlsruhe und Freiburg – mit hochauflösenden Klima- und KI-Modellen vorhersagen lässt: vom großräumigen Klimageschehen bis hinunter zu einzelnen Straßenzügen und Hausfassaden. Dabei kombiniert er physikalische Klimamodelle mit künstlicher Intelligenz, um punktgenau zu berechnen, wo Menschen künftig besonders unter Hitze leiden werden. Ein besonderes Anliegen ist ihm, diese Erkenntnisse für die Stadtplanung nutzbar zu machen, um Städte kühler und lebenswerter zu gestalten. So sollen belastbare Klimadaten entstehen, die konkrete Anpassungsmaßnahmen ermöglichen.

 
 
Moderation
 

Ina Kruwinnus

Moderatorin

Ina Kruwinnus ist Projekt- und Prozessmanagerin beim Landratsamt Karlsruhe im Bereich Digitale Schule. Sie studierte Politikwissenschaften und Germanistik an der Universität Mannheim und der University of Alaska Fairbanks, sowie Interkulturelle Pädagogik an der Universität zu Köln. Zu ihren verschiedenen beruflichen Stationen gehörte auch das KIT, an dem sie als Studiengangkoordinatorin an der Fakultät Elektrotechnik und Informationstechnik tätig war.

Sie moderiert Veranstaltungen, Podiumsdiskussionen, Preisverleihungen und leitet Workshops, meist im Kontext von Digitalisierung im Bildungsbereich, Wissenstransfer, Wissenschaftskommunikation sowie bei Netzwerkveranstaltungen.